Eigentum bleibt Diebstahl

Autonomie bedeutet Unabhängigkeit, Freiheit und Kampfbereitschaft. Die Anti-ACTA-Demo am Samstag in Berlin war eine autonome Demo.

So spontan und entschlossen waren mehreren tausend Menschen hier lange nicht mehr. Mit Vermummung gegen die zahlreichen Kameras der Presse und die Videoüberwachung in Berlins Mitte, aggressiven Parolen, kämpferischer Laune und bei gutem Wetter starte der Demozug gegen das Anti-Counterfeiting Trade Abkommen (ACTA) um 13:30 Richtung Hackescher Markt. Neben der üblichen und verkürzten bürgerlichen Kritik an der staatlichen Überwachung wurde so auch das Übel offen beim Namen genannt. Das ACTA-Abkommen sei lediglich eine moderne Ausprägung des Grundproblems, „welches sich bereits seit Jahrhunderten in bestehenden Regelungen und Gesetzen manifestiert“, so der Aufruf von Out of Control. Weiter heißt es: „Daher ist nicht nur der Begriff des “geistigen Eigentums” ansich sondern das Eigentum als gesamtgesellschaftliches Konstrukt radikal zu kritisieren. Denn jegliche Eigentumsrechte bedingen auch autoritäre Mittel der Überwachung und Kontrolle für ihre Durchsetzung bzw. Verteidigung.“
In diesem Sinne interpretierte ein großer Teil der Demo die angemeldete Route lediglich als Vorschlag und ging ihre eigenen Wege durch Berlin. Der Polizei, der dies natürlich grundsätzlich nicht ins Konzept passt, wurde durch die Menschenmasse und ihre Entschlossenheit gezeigt, dass wir auch anders können. Die eingesetzte Hundertschaft wagte es entgegen bisheriger Erfahrungen nicht, die Demonstration eskalieren zu lassen. So mussten die Einsatzwagen, die zeitweise in der Mitte des Aufzuges wiederholt Menschen anfuhren und stark gefährdeten berechtigterweise unter der aufgeheizten Stimmung leiden. Nach zahlreichen untauglichen Versuchen der Polizei, die mittlerweile mehreren großen Gruppen aufzuhalten, löste sich die Masse um ca. 15 Uhr auf und gesellte sich noch zum Endplatz, auf dem der mehrere tausend Personen umfassende angemeldete Demozug nun auch angekommen war.

Ab dem Tag der Ratifizierung des ACTA-Vertrags durch die deutsche Regierung rufen wir zusätzlich zu den heute anwesenden Menschen all diejenigen zum Protest, denen ihre Freiheit lieber ist als staatliche Gewalt und die am 11.2. noch nicht auf der Straße waren.

Fight the power – fight ACTA!
Freiheit wird nicht bei den Herrschenden eingefordert, sondern erkämpft!
Get out of control!