Repression und Krise: Großbritannien

„Total Policing“, Abteilungen gegen „Extremismus“, Spitzeleinsätze und digitale Überwachung von Kommunikation

Überwachung und Kontrolle von Protest und Widerstand gehören seit jeher zu den Kernaufgaben der Polizei. Bewegungen werden bespitzelt und mit Gewalt unterdrückt. Doch die physische und psychische Kontrolle wird modernisiert: Informationssysteme analysieren gewaltige Datenmengen und Soziale Netzwerke und erstellen Bewegungsprofile. Neue Strategien zur Steuerung von Menschenmassen werden durch gezielte Repression im Vorfeld ergänzt.

Polizeibehörden in Großbritannien stehen unter Druck. Der beim G20-Gipfel zu Tode geschubste Zeitungsverkäufer Ian Tomlinson, die Kritik an der Reaktion auf die Krawalle im August letzten Jahres und die Proteste von Studierenden zwangen die Polizei, ihr Vorgehen neu zu organisieren.

Die Antwort heißt „Total Policing“. Neue, digitale Überwachungstechnologien spielen eine wichtige Rolle. Antiterroreinheiten werden ausgebaut und gegen sogenannten „Inlandsextremismus“ in Stellung gebracht. Zuständige Polizeiabteilungen koordinieren auch den Einsatz von Spitzeln wie Mark Kennedy.

Dagegen gibt es wachsenden Widerstand. AktivistInnen konfrontieren die totale polizeiliche Kontrolle mit Direkten Aktionen oder dem juristischem Weg. Allerdings fehlt es oft am Verständnis der neuen, immer besser entwickelten polizeilichen Strategien. In der Veranstaltung wollen wir deshalb ihre möglichen Auswirkungen auf politischen Protest analysieren.

Filme, Vortrag und Diskussion mit Val Swain (Network for Police Monitoring, FITWATCH, Cardiff Anarchist Network) aus Wales [english | deutsch]


Mittwoch, 5. Dezember, 19.00 Uhr
New Yorck/ Bethanien (Südflügel)
Mariannenplatz 2a, U-Bhf Kottbusser Tor (U1, U8)

Mitveranstaltet von ABC (Berlin), Ausser Kontrolle – Facetten europäischer Sicherheitspolitik (Dresden), Out of Control (Berlin)